Problemlösung
Werkzeugakku defekt erkennen
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Kurz gesagt
Ein Werkzeugakku ist meist dann verschlissen, wenn die Laufzeit deutlich kürzer wird, das Gerät unter Last plötzlich abschaltet, obwohl die Anzeige noch Ladung zeigt, oder das Ladegerät einen Fehler meldet. Ist das Gehäuse beschädigt, aufgebläht oder riecht der Akku, nehmen Sie ihn sofort außer Betrieb.
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Diese Seite richtet sich an alle, die mit einem 12- oder 18-Volt-Akku von Makita, Bosch, Milwaukee, DeWalt oder einer anderen Plattform arbeiten und sich fragen, ob der Akku noch in Ordnung ist. Sie erfahren, welche Anzeichen auf schwache Zellen hindeuten, wie Sie die LED-Ladestandsanzeige richtig deuten, was Sie selbst prüfen können und ab wann ein Ersatzakku die bessere Wahl ist. Zum Schluss beantworten wir typische Fragen zu Lebensdauer und Lagerung.
Typische Anzeichen für einen schwachen Akku
Lithium-Ionen-Akkus altern langsam. Die Kapazität sinkt mit jedem Ladezyklus und auch durch Lagerung, besonders bei Wärme oder dauerhaft vollem Ladestand. Dieser Verschleiß zeigt sich selten von heute auf morgen, sondern schleichend. Wer genau hinsieht, erkennt die Symptome früh.
Ein einzelnes Symptom muss noch keinen Defekt bedeuten. Treten mehrere Punkte aus der Liste gleichzeitig auf, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass eine oder mehrere Zellen im Akkupack nachgelassen haben.
- Die Laufzeit pro Ladung ist spürbar kürzer als früher, bei gleicher Arbeit.
- Das Gerät schaltet unter Last ab, läuft im Leerlauf aber wieder an.
- Die Ladestandsanzeige springt schnell von voll auf leer.
- Das Ladegerät blinkt im Fehlermodus oder bricht den Ladevorgang ab.
- Der Akku wird beim Laden oder Arbeiten ungewöhnlich heiß.
- Das Gehäuse ist gerissen, verformt oder aufgebläht.
Ladestandsanzeige richtig lesen
Viele aktuelle Werkzeugakkus haben eine eingebaute Anzeige mit drei oder vier LEDs, die Sie per Taste abfragen. Bei Makita tragen solche Akkus ein B am Ende der Typbezeichnung, etwa BL1860B. Auch Milwaukee, Bosch Professional und DeWalt bieten Akkus mit Anzeige an. Wichtig: Die Anzeige misst die Spannung des Akkus im Ruhezustand und schätzt daraus den Ladestand. Sie sagt nichts direkt über den Gesundheitszustand der Zellen aus.
Lesen Sie die Anzeige deshalb nicht direkt nach dem Arbeiten ab, sondern nach einigen Minuten Pause. Unmittelbar nach starker Belastung ist die Spannung kurz eingebrochen und erholt sich danach etwas. Ein Akku, der nach dem Laden vier LEDs zeigt und nach wenigen Minuten Arbeit nur noch eine, hat oft deutlich an Kapazität verloren. Manche Hersteller zeigen über ein bestimmtes Blinkmuster auch Fehler oder Übertemperatur an. Was die Muster genau bedeuten, steht in der Bedienungsanleitung Ihres Akkus oder Ladegeräts.
| Leuchtende LEDs | Grober Ladestand | Empfehlung |
|---|---|---|
| 4 | etwa 75 bis 100 Prozent | voll einsatzbereit |
| 3 | etwa 50 bis 75 Prozent | für die meisten Arbeiten ausreichend |
| 2 | etwa 25 bis 50 Prozent | Ersatzakku bereitlegen |
| 1 | unter etwa 25 Prozent | bald laden |
| blinkend | sehr niedrig oder Fehler | Anleitung prüfen, laden |
Was Sie selbst prüfen können
Bevor Sie einen Akku abschreiben, lohnt sich ein kurzer Check. Viele scheinbare Akkudefekte haben eine harmlose Ursache: verschmutzte Kontakte, ein zu kalter Akku oder ein Ladegerät, das gerade wegen Übertemperatur pausiert. Mehr zu Problemen beim Laden finden Sie im Beitrag Makita-Akku lädt nicht, viele Punkte gelten auch für andere Marken.
- 1
Akku aus dem Gerät nehmen und Kontakte auf Staub, Metallspäne und Korrosion prüfen. Nur trocken reinigen, zum Beispiel mit einem weichen Pinsel.
- 2
Akku auf Zimmertemperatur bringen. Unter etwa 0 Grad und über etwa 40 Grad laden viele Ladegeräte nicht oder nur gedrosselt.
- 3
Vollständig im Originalladegerät laden und auf Fehlermeldungen achten.
- 4
Mit einem zweiten Akku im selben Gerät vergleichen. Läuft das Gerät damit normal, liegt das Problem beim ersten Akku.
- 5
Den verdächtigen Akku in einem zweiten Gerät testen. So schließen Sie einen Fehler am Werkzeug aus.
- 6
Eine leichte Arbeit mit bekannter Dauer durchführen, etwa eine bestimmte Zahl von Schrauben, und die Laufzeit mit einem anderen Akku gleicher Kapazität vergleichen.
Hinweis:Öffnen Sie einen Werkzeugakku nicht und versuchen Sie nicht, einzelne Zellen zu tauschen oder tiefentladene Akkus mit Tricks wiederzubeleben. Lithium-Ionen-Zellen können bei Beschädigung überhitzen und brennen. Beschädigte oder aufgeblähte Akkus gehören nicht mehr ins Ladegerät.
Wie lange hält ein Werkzeugakku?
Eine feste Zahl gibt es nicht. Die Lebensdauer hängt von der Zahl der Ladezyklen, der Belastung, der Temperatur und der Lagerung ab. Ein Akku, der täglich im Bohrhammer leergefahren und heiß geladen wird, altert schneller als einer, der gelegentlich im Bohrschrauber arbeitet. Hersteller geben meist keine verbindliche Zyklenzahl an, sondern nur die Garantiezeit.
Die Kapazität in Amperestunden bestimmt, wie lange eine Ladung reicht. Ein 5-Ah-Akku hält bei gleicher Arbeit ungefähr doppelt so lange wie ein 2,5-Ah-Akku derselben Spannung. Was die Zahlen genau bedeuten, erklärt der Beitrag Volt, Nm und Ah erklärt.
- Akkus nicht dauerhaft in praller Sonne oder im heißen Auto liegen lassen.
- Für längere Pausen mit mittlerem Ladestand lagern, nicht leer.
- Heiße Akkus nach schwerer Arbeit erst abkühlen lassen, bevor sie geladen werden.
- Nur das vom Hersteller freigegebene Ladegerät verwenden.
Wann sich ein neuer Akku lohnt
Ist die Laufzeit so kurz, dass Sie ständig unterbrechen müssen, oder zeigt der Akku Fehler, ist Ersatz sinnvoll. Ein beschädigter Akku sollte in jedem Fall ersetzt werden. Prüfen Sie vorher, ob noch Garantie besteht. Viele Hersteller verlängern die Garantie bei Registrierung, die Bedingungen finden Sie auf der Herstellerseite.
Beim Kauf gilt: Ein Akku passt nur in Geräte derselben Plattform und Spannung, und zwar so, wie es der Hersteller angibt. Einen Überblick über die Systeme gibt der Beitrag Die richtige Akkuplattform wählen. Wer ohnehin mehrere Akkus braucht, fährt mit einem Set aus Akkus und Ladegerät oft besser als mit Einzelkäufen. Ob Originalakku oder Nachbau sinnvoll ist, beleuchten wir im Beitrag Makita-Akku: Original oder Nachbau.
Alte Akkus gehören nicht in den Hausmüll. Kleben Sie die Kontakte ab und geben Sie den Akku beim Händler oder am Wertstoffhof ab.
Häufige Fragen
Wie viel Akku habe ich noch? Drücken Sie die Taste der Ladestandsanzeige am Akku, falls vorhanden, und lesen Sie die Zahl der leuchtenden LEDs ab. Manche Geräte zeigen den Ladestand auch im Display oder per App. Messen Sie am besten nach einer kurzen Pause, nicht direkt unter Last.
Ist mein Milwaukee-Akku defekt, wenn alle LEDs blinken? Blinkmuster bedeuten je nach Hersteller und Modell unterschiedliche Dinge, etwa Übertemperatur, sehr niedrige Ladung oder einen Fehler. Lassen Sie den Akku abkühlen, laden Sie ihn im Originalladegerät und schlagen Sie das Muster in der Anleitung nach.
Kann ein tiefentladener Akku wieder geladen werden? Moderne Akkus schützen sich elektronisch vor Tiefentladung. Lehnt das Originalladegerät den Akku trotzdem dauerhaft ab, ist er in der Regel nicht mehr sicher nutzbar. Überbrücken oder Anschieben mit fremden Ladegeräten ist gefährlich.
Lohnt sich ein größerer Akku als Ersatz? Oft ja, wenn das Gerät ihn laut Hersteller aufnimmt. Mehr Amperestunden bedeuten längere Laufzeit, aber auch mehr Gewicht. Für kompakte Bohrschrauber ist ein leichter Akku häufig angenehmer, für Bohrhammer und Winkelschleifer ein größerer.
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