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Ratgeber

Bohrerarten erkennen

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Im Bohrerkasten liegen schnell Dutzende Bohrer, die sich auf den ersten Blick ähneln. Wer den falschen nimmt, bohrt langsam, verbrennt die Spitze oder reißt das Material aus. Diese Seite zeigt, wie Sie Holz-, Metall-, Stein- und SDS-Bohrer sicher an Spitze und Schaft unterscheiden, welche Sonderformen es gibt und welcher Bohrer in welches Gerät gehört. Sie richtet sich an Heimwerker mit Akku-Bohrschrauber, Schlagbohrschrauber und Bohrhammer.

Die Spitze verrät das Material

Die Form der Spitze ist das sicherste Erkennungsmerkmal. Farben und Beschichtungen unterscheiden sich je nach Hersteller und sind weniger zuverlässig.

Holzbohrer

Holzspiralbohrer haben in der Mitte eine kleine Zentrierspitze und außen zwei scharfe Vorschneider. Die Zentrierspitze hält den Bohrer auf dem Anriss, die Vorschneider schneiden die Fasern sauber, bevor die Späne abgeführt werden. So entstehen saubere Lochränder ohne Ausfransen.

Für größere Durchmesser gibt es Flachfräsbohrer, Forstnerbohrer für flache Sacklöcher, zum Beispiel für Topfscharniere, und Schlangenbohrer für tiefe Löcher in Balken. Holzbohrer immer ohne Schlag verwenden.

Viele Holzbohrer gibt es mit Sechskantschaft, der direkt in die Bitaufnahme eines Schlagschraubers oder in einen Schnellwechselhalter passt. Für Bohrschrauber mit Bohrfutter funktionieren Rund- und Sechskantschaft gleichermaßen. Achten Sie bei Hartholz auf eine moderate Drehzahl und ziehen Sie den Bohrer bei tiefen Löchern zwischendurch heraus, damit die Späne abgeführt werden und der Bohrer nicht heiß läuft.

Metallbohrer

Metallbohrer aus Schnellarbeitsstahl (HSS) haben eine kegelförmige Spitze ohne Zentrierdorn. Gängige Spitzenwinkel sind 118 und 135 Grad. Bohrer mit Kreuzanschliff verlaufen weniger und zentrieren besser. Die Ausführungen unterscheiden sich in Material und Beschichtung, etwa HSS-G (geschliffen), HSS-Co (mit Kobalt für harte Stähle und Edelstahl) oder mit Titannitrid beschichtet.

Beim Bohren in Metall gilt: niedrige Drehzahl, fester Druck und bei Stahl etwas Schneidöl. Körnen Sie die Bohrstelle vor, damit der Bohrer nicht wegläuft. Metallbohrer eignen sich auch für Holz und Kunststoff, sind dort aber weniger sauber als ein Holzbohrer.

Hinweis:Tragen Sie beim Bohren in Metall eine Schutzbrille. Spannen Sie kleine Werkstücke fest, damit sie sich nicht mitdrehen, wenn der Bohrer verhakt.

Steinbohrer und SDS-Bohrer

Steinbohrer für Mauerwerk haben eine aufgelötete Hartmetallplatte, die etwas breiter ist als die Wendel. Sie werden mit Schlagbohrschrauber oder Schlagbohrmaschine verwendet. In Beton kommen sie schnell an ihre Grenzen.

Für Beton ist der Bohrhammer das richtige Werkzeug. Er nimmt Bohrer mit SDS-plus- oder SDS-max-Schaft auf. Der Schaft hat Nuten, in die die Aufnahme einrastet, und kann sich in Längsrichtung bewegen, damit die Schlagenergie übertragen wird. Hochwertige SDS-Bohrer haben oft mehrschneidige Köpfe, die bei Armierungseisen weniger leicht hängen bleiben. Den Unterschied zwischen SDS-plus und SDS-max erklärt der Beitrag SDS-plus und SDS-max erklärt.

Akku-Bohrhammer mit SDS-plus →

Welcher Bohrer in welches Gerät

Ein Akku-Bohrschrauber eignet sich für Holz, Metall und Kunststoff. Mit Schlagfunktion bohrt er auch kleine Löcher in Mauerwerk. Für viele Dübellöcher in Beton ist der Bohrhammer deutlich schneller und schonender für Gerät und Handgelenk. Mehr dazu im Beitrag Schlagbohrschrauber oder Bohrhammer.

Bei Fliesen bohren Sie mit einem Fliesenbohrer zunächst ohne Schlag durch die Glasur, dann wechseln Sie für die Wand dahinter auf einen Steinbohrer. Den richtigen Bohrerdurchmesser für Dübel liefert die Dübel-Tabelle, und eine Anleitung zum Setzen finden Sie unter Dübel richtig setzen.

Hinweis:Prüfen Sie vor dem Bohren in Wänden mit einem Leitungssucher, ob Strom-, Wasser- oder Gasleitungen verlaufen. Tragen Sie Schutzbrille und beim Bohrhammer Gehörschutz.

Bohrer-Sets: worauf achten

Ein gemischtes Set aus Holz-, Metall- und Steinbohrern ist für den Einstieg praktisch. Achten Sie auf eine gut lesbare Größenkennzeichnung und auf einen Koffer, in dem die Bohrer nach Art sortiert sind. Wer viel betoniert, kauft SDS-plus-Bohrer am besten getrennt in den Größen, die er für seine Dübel braucht, häufig 6, 8 und 10 mm.

Hersteller wie Bosch Professional, Milwaukee und andere bieten Sets für alle drei Materialien an. Welches Set passt, hängt vor allem davon ab, welche Geräte Sie besitzen.

Stumpfe Bohrer erkennen Sie an abgerundeten Schneiden, verfärbten Spitzen und daran, dass Sie deutlich mehr Druck brauchen. Metallbohrer lassen sich mit einem Bohrerschleifgerät nachschärfen, Stein- und SDS-Bohrer mit verschlissener Hartmetallplatte werden ersetzt.

Häufige Fragen

Wie unterscheide ich Holz-, Metall- und Steinbohrer? Holzbohrer haben eine feine Zentrierspitze, Metallbohrer eine glatte kegelförmige Spitze, Steinbohrer eine breitere Hartmetallplatte. Die Spitze ist zuverlässiger als die Farbe.

Kann ich mit einem Steinbohrer in Holz bohren? Es funktioniert, aber das Loch wird unsauber und der Bohrer läuft leicht weg. Für saubere Ergebnisse nehmen Sie einen Holzbohrer.

Passen SDS-plus-Bohrer in einen Akkuschrauber? Nein, ein normales Bohrfutter kann den SDS-Schaft nicht sicher halten. SDS-Bohrer gehören in einen Bohrhammer mit passender Aufnahme.

Welche Bohrer brauche ich für einen Milwaukee-Akkubohrer? Das hängt von der Aufnahme ab: Bohrschrauber nehmen Rund- und Sechskantschäfte, Bohrhämmer mit SDS-plus nur SDS-plus-Bohrer. Die Aufnahme steht in der Produktbeschreibung.

Was Sie dafür brauchen